Während wir schlafen, regeneriert sich unser Organismus – vorausgesetzt, er wird dabei nicht gestört oder belastet. Ein typisches Beispiel für eine Störung des Schlafes ist das Schnarchen. Jeder schnarcht mehr oder weniger häufig, wobei eine gelegentlich auftretende Verstopfung der Nase, etwa bei einer Grippe oder eine unglückliche Schlaflage dies begünstigen. Freilich handelt es sich dabei um harmlose Phänomene, komplizierter wird es bei dauernden oder sehr häufigen Schnarchattacke. Da diese, wir wir gleich besprechen wollen, mit der Zeit sehr ernste Erkrankungen und Mangelerscheinungen hervorrufen können, sind sie unbedingt zu beobachten – ganz davon abgesehen, dass Schnarchen nicht nur den Schnarcher selbst belastet, sondern darüber hinaus auch seinen Partner, der schließlich zumeist mit im gleichen Bett nach Ruhe und Schlaf sucht. Oftmals aber wird Schnarchen gar nicht richtig thematisiert, es gilt als irgendwie anrüchig oder als zu peinlich, um darüber zu reden. So verschweigen die Betroffenen ihr Problem über viele Jahre, werden krank und bringen ihre Umgebung ebenfalls um den Schlaf. Um aus dieser Schweigespirale auszubrechen, erfordert es Mut und Entschlusskraft, vor allem aber das Bewußtsein, dass es sich beim Schnarchen um ein Problem handelt, unter dem zum einen sehr viele Menschen leiden und für das es ohne Zweifel sehr gute Methoden der Behandlung gibt. Da uns glücklicherweise die technische Entwicklung eine Diagnostik wie das Schlaflabor beschert hat, können wir den Schlaf, seine wichtigen Stadien und die betreffenden Störungen sehr gut untersuchen und nötigenfalls entschlossen eingreifen. Sich über das Schnarchen zu informieren, ist sinnvoll und kann auf lange Sicht sogar die eigene und die Gesundheit des Partners entscheidend verbessern. Denn schließlich gilt schon von Alters her eine gesunde und friedliche Nachtruhe immer auch als Grundlage für die erfolgreiche Bewältigung der Aufgaben des Tages.
Was heißt Schnarchen und warum ist es ein Problem?
Es klang ja bereits an: Wer schnarcht, schläft nicht ideal und riskiert eine Menge Unheil. Fragen wir uns also zunächst, was denn das Schnarchen im eigentlichen Sinne überhaupt darstellt. Eine Definition (die wir keinesfalls abschließend formulieren wollen) könnte lauten: Beim Schnarchen handelt es sich um die Entwicklung von speziellen Atemgeräuschen, die bei einer gestörten Nasenatmung entstehen können. Die wichtigen Muskeln im Gaumen- und Rachenbereich bauen nicht die nötige Spannung auf, sie erschlaffen beim Atmen und lassen dadurch das bekannte Gaumensegel flattern – der Betroffene schnarcht. Warum aber tut er das, ist es doch nirgends ein freiwilliger Akt? Welche Ursachen kommen in Frage?
So liegen beispielsweise genetische Faktoren gut im Rennen, wenn es um die Ausbildung dieser nächtlichen Geräusche geht. Eine gekrümmte Nasenscheidewand (die freilich auch durch übermäßigen Drogenkonsum, Unfälle oder Schlägereien erworben werden kann) gilt als sehr häufiger Verursacher, auch kann der Rachen und auch der Gaumen fehlerhaft gestaltet sein. Auch gibt es natürlich die typischen Erkrankungen der Atemwege wie den unvermeidlichen Schnupfen, die Bronchitis oder – ungleich problematischer – die Staublunge oder die entzündeten Nebenhöhlen. Sie alle führen zur Behinderung der Atmung und lösen weiterhin das Schnarchen aus. Das zu wissen ist wichtig, sollen doch die Therapie und damit die Hilfe gegen das Schnarchen auch tatsächlich anschlagen! Zudem gelten nämlich der Alkohol, auch und gerade der Schlummertrunk, der Zigarettenkonsum und selbst die Einnahme von Medikamenten als zivilisatorische Gründe für die nächtliche Sägerei! Oft reicht schon die Absetzung und Vermeidung dieser Faktoren, um den Schnarchen Herr zu werden. Und das ist auch bitter nötig, denn dauerhaft aktives Schnarchen führt zwangsläufig zu geringerer Sauerstoffaufnahme und damit zu mangelnder Durchblutung! Daneben gibt es mit der Schlafapnoe eine akute Gefahr, die bei den entsprechenden Atemaussetzern zu Lebensgefahr führen kann. Geeignete Maßnahmen tun deshalb Not und sind am besten sofort einzuleiten.
Maßnahmen
Wer sich gegen das Schnarchen behandeln lassen will, muss zunächst einen Mediziner aufsuchen. Dieser klärt dann im Gespräch genau ab, welche Hilfe gegen das Schnarchen nötig und welche vergeblich wäre. So entscheidet bei einer genetischen Ursachen natürlich der Arzt über eine mögliche Operation. Der am häufigsten in diesem Zusammenhang genannte Eingriff ist eine Begradigung der Nasenscheidewand, schließlich gilt diese als einer der wichtigsten genetischen Ursachen für das Schnarchen. Die Op selbst ist nicht kompliziert und schon lange Routine. Ein wenig komplizierter wird es, wenn zum Beispiel der ganze Unterkiefer gerichtet werden muss oder Gaumen beziehungsweise Rachenschleimhaut gerichtet werden müssen. In Amerika wird gern auch mal das Zäpfchen selbst entfernt, solche Eingriffe sind freilich unter deutschen Medizinern eher umstritten, das gilt auch für eine Gaumenverödung. Wer meint, solche Maßnahmen ergreifen zu müssen, kann sich aber mit seinem Arzt darüber besprechen, sicher wird dieser auf Vor- und Nachteile solcher Methoden genau hinweisen. In der Regel werden die Operationen, zumindest jene hier letztgenannten, natürlich mit einem Laser durchgeführt, unter Narkose, so dass Schmerzen höchstens im Nachgang zu erwarten sind, die sich jedoch gut mit Medikamente unter Kontrolle halten lassen!
In früheren Zeiten wurde gern auf die sogenannte Schnarchbinde zurückgegriffen. Diese verschließt einfach den Mund und zwingt den Körper, sich Luft durch die Nase zu holen. Das klingt brutal, hat aber offenbar geholfen. Heutzutage kann man es damit versuchen, kann aber auch auf andere Maßnahmen zurückgreifen. So werden Schnarchschienen zur Unterbindung der Geräuschentwicklung ebenso empfohlen wie die auf ähnliche Weise arbeitenden Schnarchspangen. Genaue Informationen gibt der Mediziner oder auch der Apotheker. Bei ganz schweren Fällen, die zum Beispiel eine gefährliche Schlafapnoe mit häufigen Atemaussetzern zur Folge hat, empfiehlt sich die Beschäftigung mit einer Schlafmaske. Diese mag zwar wie ein echtes Ungetüm aussehen und sicher für Verwirrung gerade im Ehebett sorgen, ist aber als die ohne Zweifel effektivste nicht – operative Maßnahme zu bezeichnen. Mittels eines ausgeklügelten Drucksystems können die Patienten befreit durchatmen – oft zum ersten Mal nach vielen Jahren!
Liegen genetische Gründe nicht vor oder will man nicht unbedingt die Hilfsmittel verwenden, hilt zunächst und gerade eine Umstellung des Lebensstils. Mit dem Rauchen aufhören, weniger essen, mehr Sport treiben und vor dem Schlafengehen auf Alkohol verzichten – das kann Wunder bewirken und verengten Atemwegen einiges an Erleichterung verschaffen. Oft reicht das dann aus und die Menschen können endlich wieder voll und ganz und vor allem tief durchatmen.